3031 mal gelesen
Ein Pfiff eröffnete die Spitzenpartie zwischen Bülach Floorball und den Leuten aus der Nord-Aglo. Es sollte, was bis dahin niemand wusste, für lange Zeit der letzte sein. Das Spiel wogte hin und her (vgl. Bericht zum letzten Turnier) so wie die armen Arme des bedauernswerten Dauerbewerters, dessen Aufgabe es an diesem Morgen war, ihr nicht gewachsen zu sein. Eine kühne Linie vertrat der Mann in rot, dem es gelang, sich dezent aus dem Geschehen herauszuhalten, Fehlentscheide bescheiden durchzusetzen und hie und da die Tore zu notieren. Dies wiederum ist keine Leichtigkeit, was ein weiterer Schiedsrichter an diesem Tag bewies. Ich persönlich bin ja froh, wenn sich der Schiedsrichter nicht in den Mittelpunkt stellt und sich nicht allzu militärisch präsentiert, aber ein bisschen schneidig darf er meiner Meinung nach schon sein. Ich hab auch nichts dagegen, wenn er sich ungefähr an die Regeln erinnern kann, oder an den Namen des Spiels, das vor seinen Augen stattfindet. Ob das alles gerechtfertigt ist, oder ob das rote Tuch nur einen schlechten Tag erwischt hatte, das kann ich nicht beurteilen, was ich aber sagen kann, ist dass innert weniger Minuten klar war, dass der Schiri kein guter Schiri ist.
Irgendwie war’s dann aber doch ganz lustig, sobald das Spiel entschieden war. Und als die Gedanken in der Sonntag morgendlichen Dunststimmung des Halbschlafes immer mehr vom „siegen!“ „siegen!“ weg schwebten und sich mit dem zufriedenen Humor der Anwesenden vermischten, kam es zu vereinzelten Lachern in der Halle. Ein Schmunzeln auf der Bank, ein Lächeln und Zwinkern unter den Zuschauern ein entspannter, aber irritierter Blick auf die letzte Aktion unseres Schiedsrichters, all dies hat verpasst, wer’s nicht gesehen hat. Die Spieler verfehlten das leere Tor reihenweise ohne sich zu wundern oder aufzuregen, nahmen den Ball zum Schutz vor dem Gegner in die Hand und legten ihn andernorts wieder hin, wo er sich besser spielen liess, befreiten einen Spieler von seinem lästigen Stock, ohne dass dieser sich aufregte oder dass er zu Fluchen begonnen hätte oder sie nahmen den Ausball ins Feld und dribbelten weiter. Zur Auflockerung gab es dann und wann ein spannendes Ratespiel: Wo zeig ich hin? Der Moderator im roten T-Shirt eröffnete jede neue Runde mit einem Pfiff. Dann wankte er, in der Art des TeleBoy, eine zufällige Anzahl Mal hin und her, liess die Spannung ansteigen und präsentierte das Ergebnis; ohne eine Miene zu verziehen unter schallendem Gelächter des erwachenden Publikums, indem er in eine der zwei denkbaren Richtungen wies. Die linke Seite der Halle wurde auf diese Weise in Bierzeltstimmung gehalten. Das Ergebnis dieser wenigen Pausen, wem brauche ich das zu erzählen, konnte demokratisch beeinflusst werden – durch Hand aufheben, wobei jeder Spieler eine Stimme hatte und die lautere Mannschaft einige Aussicht auf Erfolg. Doch auch dies wiederspiegelt das absurde Element dieses Morgens nicht genau wieder, es wurde nämlich auch beobachtet, dass der Ball immer der Mannschaft gehörte, in deren Spielfeldhälfte sich das Ratespiel zugetragen hatte.
Doch nicht alle Schiedsrichter sind schlecht, und auch gestern war das so, und darum möchte ich noch von einem zweiten berichten. Spieler A stösst Spieler B, Spieler A wird des Feldes verwiesen wegen „Stossen“. Die Mannschaft von Spieler B spielt während einer Minute in Überzahl, ohne ein Tor zu erzielen. Schiedsrichter C winkt Spieler A hektisch von der Strafbank herein, worauf Spieler A die Strafbank verlässt und das Spielfeld betritt. Schiedsrichter C wird gefragt, was geschehen sei, ob es vielleicht ein Tor gegeben hätte, worauf Schiedsrichter C meint, es sei ja kein grobes „Stossen“ gewesen. Der Erfinder der 1-Minuten-Strafe Schiedsrichter C. Das ist übrigens der, vielleicht kennt ihr ihn, der in einer Halbzeit 3 Tore nicht notierte und den Pausenstand mit 4:4 bezifferte. Zum Glück bestand er nicht auf seiner Meinung, sodass unsere Junioren das gerechte 7:4 auf dem Matchbericht vermerken durften. Wir wünschen dem FunTeam weiterhin die Schiedsrichter, die es verdient – die 4. klassigen.
jcg
| UHC Bassersdorf | - | Kadetten Unihockey Schaffhausen | 4 | : | 7 | ||
| Bülach Floorball | - | Phantoms Rafzerfeld | 2 | : | 5 | ||
| UHC Bassersdorf | - | Fireball Nürensdorf | 8 | : | 8 | ||
| Kadetten Unihockey Schaffhausen | - | Bülach Floorball | 8 | : | 5 | ||
| Team Zürich Nord | - | Phantoms Rafzerfeld | 4 | : | 13 | ||
| SC Illnau | - | UHC Wallisellen | 17 | : | 3 | ||
| Fireball Nürensdorf | - | UHC Maniac Pfäffikon | 2 | : | 14 | ||
| SC Illnau | - | Team Zürich Nord | 9 | : | 5 | ||
| UHC Maniac Pfäffikon | - | UHC Wallisellen | 17 | : | 3 |
| 1. | Phantoms Rafzerfeld | 10 | +105 | 19 | |
| 2. | UHC Maniac Pfäffikon | 10 | +32 | 15 | |
| 3. | Bülach Floorball | 10 | +23 | 14 | |
| 4. | Kadetten Unihockey Schaffhausen | 10 | +9 | 13 | |
| 5. | SC Illnau | 10 | +3 | 10 | |
| 6. | UHC Wallisellen | 10 | -47 | 7 | |
| 7. | Fireball Nürensdorf | 10 | -43 | 6 | |
| 8. | Team Zürich Nord | 10 | -36 | 3 | |
| 9. | UHC Bassersdorf | 10 | -46 | 3 |